Kalender

 

Oktober – November 2019

Okt
11
Fr
Imagination und Wirklichkeit: Indienbilder in der deutschsprachigen Literatur
Okt 11 @ 19:00 – 21:00

 

 

 

 

Vortrag von Reinhold Schein, Literaturforum Indien e.V., Adenau
Seitdem indische Kultur und Literatur – vermittelt durch britische Gelehrte – im späten 18. Jh. in Europa wahrgenommen wurden, blickten deutschsprachige Dichter von Rang nach Indien. Sie waren fasziniert von seiner Poesie und Kunst, seiner Exotik und Erotik, seiner Philosophie und Spiritualität. Ihre Auseinandersetzung mit indischen Themen schlug sich nieder in einer Vielzahl von Gedichten, in Erzählungen, Romanen und Theaterstücken. Bemerkenswert ist der Wandel von einer Idealisierung des real unerreichbaren Traumlandes Indien bei den Romantikern und ihren geistigen Nachfahren bis hin zu scharfer Kritik an der britischen Kolonialherrschaft und an der sozialen Realität des modernen Indien bei Autoren des 20. Jahrhunderts.
Der Vortrag gibt einen Überblick über das Thema ‚Indien in der deutschen Literatur‘. Er geht mit kurzen Textbeispielen auf Werke aus drei Jahrhunderten ein.

Reinhold Schein (1. Vorsitzender des Literaturforums Indien e.V.) studierte Germanistik und Geschichte. In den 1980er und 90er Jahren unterrichtete er an der University of Poona und der Banaras Hindu University deutsche Sprache und Literatur. Die Begegnung mit der indischen Kultur war für ihn prägend und regte ihn dazu an, sich auch als Übersetzer zeitgenössischer indischer Literatur ins Deutsche zu betätigen. Diese Zeit in Indien – insgesamt mehr als 12 Jahre – ermöglichte ihm, viele Regionen des Landes zu sehen, seine reiche Kultur in den verschiedensten Facetten kennenzulernen, mit seinen Menschen vertraut zu werden und einen Einblick in Indiens geistigen Schätze zu gewinnen. Dem Vorstand des Literaturforums Indien e.V. gehört er seit 2009 an.

Nov
9
Sa
Lichtfest D I W A L I
Nov 9 @ 18:30 – 23:00

mit Programm, Musik und vegetarischem Buffet.

Nähere Informationen zu dieser Veranstaltung gibt es zu gegebener Zeit.

Nov
22
Fr
Gandhis Erbe – Eine Spurensuche in Indien
Nov 22 @ 19:00 – 21:00

 

 

 

 

Vortrag von Rainer Hörig, Journalist, Bonn

Weltweit gilt Mahatma Gandhi als Vater des gewaltfreien Widerstandes. In Indien wird Gandhi allerdings in erster Linie als „Vater der Nation“ verehrt, der das Land von britischer Kolonialherrschaft befreite. Am 2. Oktober 2019 feiert Indien Gandhis 150ten Geburtstag. 70 Jahre nach seinem gewaltsamen Tod ist die Huldigung des Freiheitshelden jedoch zum weitgehend leeren Ritual verkommen, seine Ideale geraten zunehmend in Vergessenheit. In den vergangenen Jahren greift eine religiös und national verbrämte Intoleranz Besitz von der Gesellschaft, die Gandhi zutiefst verabscheut hätte.

Dagegen können die Ideen Mahatma Gandhis wertvolle Anstöße für die Debatte um wichtige Zukunftsfragen geben. Seine Konzepte zur Entwicklung einer sozial und ökonomisch gerechten Gesellschaft zeigen Alternativen auf zur Dominanz des neo-liberalen Wirtschaftsmodells. Gandhi setzt der Globalisierung das traditionelle indische Konzept dörflicher Selbstverwaltung entgegen. Statt Konsum predigt er Genügsamkeit, sozialem Chauvinismus entgegnet er mit Aufrufen zur Solidarität. Gandhis Ideale leben vor allem in Organisationen der indischen Zivilgesellschaft weiter, die für die Linderung der Armut, für Menschenrechte und Umweltschutz kämpfen.

Wie und wo haben diese Ideale überlebt? Eine Spurensuche in Indien.

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