Unter dieser Überschrift veranstaltete das Literaturforum Indien e.V. am 5. Juni 2026 in Göttingen eine Tagung anlässlich seines 20-jährigen Jubiläums. Zugleich war es (fast?) eine Abschiedsfeier der Organisatorin Dr. Ines Fornell (links), die bald in Rente geht, und ihrer Arbeitsstätte, des „Seminars für Indologie und Tibetologie“.  Dieses will die Georg-August-Universität Göttingen demnächst auflösen und damit die 200-jährige Tradition ihrer indologischen Forschungs- und Lehrstätte beenden – genau in einer Zeit, in der Indien in der Weltpolitik und -wirtschaft immer wichtiger wird und in der Hindi und Bengali die viert- und fünftwichtigsten Muttersprachen der Welt sind. Zumindest soll die indische Literatur ein wichtiger Bestandteil des Studienganges „Weltliteratur“ bleiben.

Wie wichtig das Studium der Literatur fremder Länder für das Verständnis von deren Kultur ist, erläuterte Dr. Hans-Jürgen von Lengerke von der DIG in Hannover (ganz rechts im Bild) in einem der Festvorträge auf der Basis eigener Erfahrungen in Ostafrika und Indien. Es sei die wichtigste Möglichkeit, fremde Länder aus der Sicht der Einheimischen kennen- und verstehen zu lernen. Er stellte eine ganze Reihe zeitgenössischer indischer Romane vor, die die verschiedenen Lebenswelten und Konflikte in diesem vielfältigen „Subkontinent“ thematisieren und überwiegend im Draupadi-Verlag in deutscher Übersetzung erschienen sind. Um diese Werke richtig verstehen und einordnen zu können seien aber auch eigene Erfahrungen in Indien notwendig.- Die Übersetzung von Poesie durch Nicht-Muttersprachler stellt eine ganz besondere Herausforderung dar, wie in einer Podiumsdiskussion herausgearbeitet wurde

Abgerundet wurde die Veranstaltung durch eine sehr eindrucksvolle und mit Hintergrundinformationen versehene Kathak-Tanzdarbietung von Carolin Dassel und Swapali Paranjape und ein Buffet mit afghanischen und indischen Köstlichkeiten.

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