Kalender

 

November 2019 – Februar 2020

Nov
22
Fr
Gandhis Erbe – Eine Spurensuche in Indien
Nov 22 @ 19:00 – 21:00

 

 

 

 

Vortrag von Rainer Hörig, Journalist, Bonn

Weltweit gilt Mahatma Gandhi als Vater des gewaltfreien Widerstandes. In Indien wird Gandhi allerdings in erster Linie als „Vater der Nation“ verehrt, der das Land von britischer Kolonialherrschaft befreite. Am 2. Oktober 2019 feiert Indien Gandhis 150ten Geburtstag. 70 Jahre nach seinem gewaltsamen Tod ist die Huldigung des Freiheitshelden jedoch zum weitgehend leeren Ritual verkommen, seine Ideale geraten zunehmend in Vergessenheit. In den vergangenen Jahren greift eine religiös und national verbrämte Intoleranz Besitz von der Gesellschaft, die Gandhi zutiefst verabscheut hätte.

Dagegen können die Ideen Mahatma Gandhis wertvolle Anstöße für die Debatte um wichtige Zukunftsfragen geben. Seine Konzepte zur Entwicklung einer sozial und ökonomisch gerechten Gesellschaft zeigen Alternativen auf zur Dominanz des neo-liberalen Wirtschaftsmodells. Gandhi setzt der Globalisierung das traditionelle indische Konzept dörflicher Selbstverwaltung entgegen. Statt Konsum predigt er Genügsamkeit, sozialem Chauvinismus entgegnet er mit Aufrufen zur Solidarität. Gandhis Ideale leben vor allem in Organisationen der indischen Zivilgesellschaft weiter, die für die Linderung der Armut, für Menschenrechte und Umweltschutz kämpfen.

Wie und wo haben diese Ideale überlebt? Eine Spurensuche in Indien.

Jan
10
Fr
Dewi Saraswati – Mehr Chancen für indische Kinder
Jan 10 @ 19:00 – 21:00

 

 

 

Vortrag von Annie Wojczewski
DEWI SARASWATI HAMBURG e.V. wurde 1992 in Hamburg mit dem Ziel gegründet, insbesondere Mädchen in Indien den Schulbesuch zu ermöglichen und sie zu fördern. Heute, 27 Jahre später, können wir über junge Frauen berichten, die ihr Studium als Ingenieurin, Lehrerin oder Sozialpädagogin abgeschlossen haben. Im Kinderdorf leben zurzeit 100 Kinder ständig. 450 Kinder besuchen die dreigliedrige Projektschule. Ein Schulbus fährt in die umliegenden Dörfer, um die Kinder abzuholen.

Eigene Reisfelder decken bei guter Ernte den Bedarf des Kinderdorfes. Die kleine Minimolkerei mit insgesamt 11 Kühen liefert täglich frische Milch. In den letzten Jahren wurde mit dem Anbau von Obst und Gemüse begonnen. Witterungseinflüsse haben eine reichhaltige Ernte bisher leider immer wieder verhindert!

Alle Häuser, in denen die Mädchen und Jungen untergebracht sind, verfügen über Solaranlagen auf den Dächern. Weiter gehört eine kleine Biogasanlage zum Projekt. Rund 50 Mitarbeiter setzen sich vor Ort für die Betreuung und Ausbildung der Kinder ein.

Meine Mitarbeit für DEWI SARASWATI begann 1993. Über viele Jahre habe ich „am Schreibtisch“ den Werdegang des Kinderdorfes verfolgen können, bis ich 2009 zum ersten Mal nach Indien reiste. Seitdem besuche ich das Kinderdorf jährlich für mehrere Wochen. Auch wenn der Schreibtisch mit der Wahl zur 1.Vorsitzenden 2011 voller geworden ist, hat sich meine Freude an der Tätigkeit nicht verändert. Ich komme jedes Mal zurück nach Deutschland mit dem Gedanken, dass jedes Kind, das mir während meines Aufenthaltes im Kinderdorf über den Weg läuft, diese ehrenamtliche Arbeit wert ist.

Feb
21
Fr
WOMEN’S VOICE – INDIA’S CHOICE
Feb 21 @ 19:00 – 21:00

Dokumentarfilm von Shammi Singh, Stuttgart

Laufzeit: 70min | Sprache: English (mit Untertitel) | Veröffentlichung: Juli 2019

 

 

 

 

WOMEN’S VOICE – INDIA’S CHOICE ist eine Dokumentation über indische Frauen und ihre Kämpfe, Herausforderungen, Reflexionen, Hoffnungen und Träume. Regisseur Shammi Singh möchte eine ganzheitliche Sicht auf indische Frauen ermöglichen und ihnen ohne Vorurteile auf Augenhöhe begegnen.

India lives in many times at the same time. And so are Indian women’ sagt Vatsala, eine Journalistin aus Bangalore, und eröffnet den Dokumentarfilm WOMEN’S VOICE – INDIA’S CHOICE von Shammi Singh. Und dieses Zitat sagt mehr über dieses riesige, chaotische und wachsende Indien aus als alle Statistiken und Nachrichten, die uns im Westen erreichen. Diese großen Gegensätze zwischen alten Traditionen und westlicher Modernisierung, Religion und Digitalisierung, ländlichem und städtischem Lebensstil, Männern und Frauen machen Indien zu dem, was es heute ist: ein sich schnell entwickelndes Land mit einem immensen kulturellen Überbau, der das Leben aller Menschen beeinflusst. Besonders Frauen sind von den vielen kulturellen Traditionen betroffen. Im Westen haben wir eine sehr pessimistische Sicht auf indische Frauen. Wir hören immer nur die schrecklichen Geschichten und niemand erzählt uns von Frauen, die unabhängig und unbesorgt leben können. Sicher, vieles liegt im Argen. Aber gibt es noch mehr? Und ändern sich die Zustände?

Singh sucht nach Antworten auf diese Fragen und bringt dabei noch vieles mehr ans Tageslicht. Er sucht nach dem „indischen Frauenbild“, möchte wissen, wer diese Frauen sind und vorurteilsfrei ihre Geschichten und Meinungen hören. In über 15 Interviews versucht Singh viel von der indischen Realität einzufangen und den Frauen auf Augenhöhe zu begegnen. Wie fühlt es sich an eine Frau in Indien zu sein? Wie ist ihr Leben verglichen mit denen ihrer Mütter und Großmütter? Und gibt es überhaupt „ein Indien“? Ebenfalls werden Faktoren erarbeitet, die Unabhängigkeit für Frauen möglich machen können, wie Bildung, wirtschaftliche Entwicklung und Urbanität. Durch Interviews mit verschiedenen Nicht- Regierungs-Organisationen bekommt der Zuschauer darüber hinaus weitere Informationen, wie diese Organisationen arbeiten und hilfsbedürftigen Frauen nachhaltig helfen. Das alles sind Eindrücke, die uns besser verstehen lassen, was wirklich in diesem Land vorgeht und wie es um indische Frauen wirklich steht.

Shammi Singh (31) ist der Sohn einer deutschen Mutter und eines indischen Vaters. Er hat sein ganzes Leben in Deutschland verbracht, ist dort aufgewachsen, zur Schule gegangen und hat bis Ende 2017 in Marketing-Agenturen gearbeitet.In den letzten Jahren hatte er jedoch das Gefühl, dass es ihn immer mehr auf den indischen Subkontinent zieht und war daraufhin mehrmals in Indien. In der deutschen Heimat war er nach den Reisen immer mit der Frage konfrontiert, wie Frauen in Indien behandelt werden. Um herauszufinden, wie Frauen in Indien leben, begann er im Januar 2018 mit den Arbeiten zu WOMEN’S VOICE – INDIA’S CHOICE, seiner ersten Dokumentation. Feminismus ist nicht nur Frauensache – es geht uns alle etwas an. Daher ist es ihm unglaublich wichtig, dass sich auch Männer für feministische Themen stark machen und Frauen auf dem Weg zur Gleichberechtigung unterstützen.

Die Produktion hat Shammi Singh komplett selbst übernommen. Von der Konzeption bis hin zur Regie, dem Filmen, den Interviews, dem Schneiden, Produzieren, Schreiben und Aufnehmen der Musik ist alles von ihm übernommen worden. Er ist kein professioneller Filmemacher und hat sich während des gesamten Filmprozesses, der genau ein Jahr dauerte, alle diese Fähigkeiten selbst beigebracht.

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