Kalender

 

Dezember 2021 – Mai 2022

Dez
3
Fr
Mit dem Fahrrad durch Indien
Dez 3 @ 19:00 – 21:00

 

 

 

 

Lichtbildvortrag von Dr. Roman Cunis, Hamburg

Wir machen in einem kleinen Ort Halt und sofort umringt eine Kinderschar unsere hoch bepackten Fahrräder. Ein Junge tritt aus der Menge hervor, zeigt auf meinen gebräunten nackten Oberkörper und sagt „You are a monkey!“. Dann läuft er weg. In einem anderen Ort viele hundert Kilometer weiter südlich lädt uns ein junger Mann auf der Straße zum Essen und zum Übernachten in sein Haus ein. Zuvor zeigt er uns einen abgelegenen kleinen Strand, an dem wir den Nachmittag verbringen…

Wir schreiben das Jahr 1981. Drei Hamburger Informatikstudenten haben sich den Traum von einer großen Fahrradtour erfüllt. „Weit weg“ sollte es gehen, und das Ziel sollte „über Land“ erreichbar sein. Indien und der indische Subkontinent hatten mich schon immer fasziniert. Im August 1981 beginnt die Tour, die uns im Verlaufe eines halben Jahres durch Europa, die Türkei, den Iran, Pakistan und Indien führt, um schließlich nach 12.000 Fahrradkilometern auf Sri Lanka zu enden. Von Lahore aus reisen wir ein, besuchen Amritsar und Delhi, fahren über Agra und Jaipur zur indischen Westküste, die wir wegen des Monsuns im Osten nicht mehr verlassen. Wir erreichen Mumbai, Goa, Cochin, Kannyakumari und schließlich Rameshwaram, von wo aus wir die Fähre nach Talaimannar im Norden Sri Lankas nehmen.

Aber es sind nicht die touristischen Ziele, die den größten Eindruck hinterlassen werden. Vielmehr sind es die vielen kleinen Begegnungen in den Dörfern und Orten, durch die wir kommen, und die große Gastfreundschaft, der wir immer wieder begegnen. Die spontane Teilnahme an einer Sikh-Prozession, die Teilnahme an einem Hochzeitsbuffet in einem kleinen Dorf, die Beobachtung eines Dorfwettstreits im Tauziehen. Denn das ist das Besondere an einer Fahrradtour: Man kann damit große Strecken überwinden und trotzdem Land für Land, Ort für Ort, Menschen, Natur und Kultur hautnah miterleben.

Dr. Roman Cunis ist promovierter Informatiker und seit Abschluss seines Studiums als Spezialist für Fahrzeugdiagnose tätig. Als begeisterter Hobbyfotograf hat er seine Fahrradtouren ausführlich dokumentiert. Zugegeben, 1981 musste er sich mit 40 Kleinbild-Diafilmen begnügen, die über die lange Tour gut verteilt werden wollten. Das Ergebnis können Sie in diesem Lichtbildvortrag sehen. (Keine Sorge, die Digitalisierung hat auch vor diesem Vortrag nicht halt gemacht.) Dr. Roman Cunis schildert und illustriert seine ganz persönlichen Erlebnisse und Eindrücke vom Indien der frühen 80er Jahre.

DER VORTRAG FÄLLT AUS! (Siehe unsere Startseite).

Jan
21
Fr
Indischer Spielfilm
Jan 21 @ 19:00 – 21:00

 

 

 

MR. AND MRS. IYER – Zwei Fremde

von Aparna Sen (2002, deutsche Synchronfassung, 118 Min.), Musik: Ustad Zakir Hussain

Die bengalische Regisseurin greift in einem spannenden Roadmovie die religiösen Spannungen zwischen Hindus und Moslems auf, die unmittelbar nach Dreharbeiten in den Ausschreitungen in Gujarat Anfang 2002 ihren traurigen Höhepunkt fanden und seit einigen Jahren wieder zunehmend die indische Gesellschaft entlang religiöser Zugehörigkeit polarisieren.

Für Meenakshi Iyer sollte es ein wunderschönes Wiedersehen mit ihrer Familie werden. Gemeinsam mit ihrem neugeborenen Sohn Santhanam besucht sie ihre Mutter, als eine dringende Nachricht aus Kalkutta eintrifft. Da ihre Schwiegermutter erkrankt ist, muss sie sich schnellstens auf den Rückweg machen. Ihre besorgten Eltern vertrauen sie der Obhut des Fotografen Raja Chowdhury an, der während der Fahrt mit dem Reisebus auf sie achten soll. Doch schon bald muss der Bus anhalten, denn muslimische Terroristen haben einen Zug gesprengt und viele Menschen in den Tod gerissen. Sofort machen sich Angst und Unruhe in der Reisegesellschaft breit. Sind etwa Moslems mit an Bord? In der Nacht fordert eine Gruppe Männer den Fahrer auf, die Tür zu öffnen. Es sind religiöse Fanatiker, die jeden an Bord erschießen, der kein Hindu ist. Aus Angst vor Gewalt erzählt Meenakshi, dass Raja ihr Ehemann ist. Doch diese Lüge bereut sie fast auf der Stelle. Denn ihr Begleiter hat sie getäuscht, er heißt weder Raja, noch gehört er ihrer Glaubensrichtung an. Sein Name ist Jehangir und er ist ein Moslem! Diese Tatsache erschüttert sie bis ins Mark. Soll Meenakshi den Mann seinen Feinden ausliefern und die Verantwortung an seinem Tod tragen? In welche Gefahr hat sie sich bloß begeben?

Der Film wurde auf vielen Festivals gezeigt (u.a. Locarno, Hawaii, Philadelphia) und erhielt auch in Indien Preise für die beste Regie, beste Schauspielerin und bestes Drehbuch.

Mit der neuen Verordnung der Region Hannover gilt ab dem 12.11.2021 für alle unsere Veranstaltungen die 2-G Regel: Bitte am Einlass den Impf- oder Genesenennachweis vorzeigen und ein Ausweis-dokument bereithalten. Im gesamten Kulturtreff gilt die Pflicht zum Tragen einer medizinischen Mund-Nasen-Bedeckung. Die Maske darf am Sitzplatz abgenommen werden.

Mrz
11
Fr
Karikaturen zu Politik und Gesellschaft in Indien
Mrz 11 @ 19:00 – 21:00

 

 

 

ausgewählt und kommentiert von Dr. Hans Jürgen von Lengerke, Hannover

Karikaturen (englisch Cartoons) bilden als Kunst der graphischen Satire ein faszinierendes journalistisches Genre. Durch eine übertriebene, komisch verzerrte oder humorvolle Darstellung von Ereignissen, Eigenarten, Personen und Phänomenen geben sie einen anschaulichen Einblick in den politischen und gesellschaftlichen Diskurs. Die Karikaturen-Landschaft Indiens ist riesig und vielfältig – ausgewählte Arbeiten einiger der bekanntesten und einflussreichsten Karikaturisten Indiens sollen das verdeutlichen. Ihr kritischer Blick richtet sich u.a. auf die ersten Jahrzehnte nach der Unabhängigkeit, die frühere und heutige Innenpolitik, die Außen- und Sicherheitspolitik, das Arbeits- und Wirtschaftsleben, auf Gegensätze von Arm und Reich, die Rolle und Situation der Frau, religiöse Ausdrucksformen, das Kastenwesen, das Bildungswesen, die notorische Korruption, Entwicklungs- und Umweltprobleme, den Tourismus und Globalisierungsfragen. Seit 2007 bemüht sich eine private Institution in Bangalore mit Erfolg, indischen Cartoons und Cartoonists ein Ausstellungsforum zu bieten.

Dr. von Lengerke ist seit fünf Jahrzehnten beruflich und privat mit Südasien befasst, häufig zu Gast in Indien und viele Jahre an der Gestaltung des Programms der Deutsch-Indischen Gesellschaft (DIG) Hannover beteiligt gewesen.

Mit der neuen Verordnung der Region Hannover gilt ab dem 12.11.2021 für alle unsere Veranstaltungen die 2-G Regel: Bitte am Einlass den Impf- oder Genesenennachweis vorzeigen und ein Ausweisdokument bereithalten. Im gesamten Kulturtreff gilt die Pflicht zum Tragen einer medizinischen Mund-Nasen-Bedeckung. Die Maske darf am Sitzplatz abgenommen werden.

Apr
22
Fr
Lesung mit Martin Kämpchen
Apr 22 @ 19:00 – 21:00

Mein Leben in Indien
Zwischen den Kulturen zu Hause“

(erscheint im März 2022 im Patmos-Verlag)

Als Martin Kämpchen 1971 als Student zum ersten Mal nach Indien fuhr, ahnte er nicht, dass er fünfzig Jahre bleiben würde. Als Deutschlektor in Kalkutta, Student in Madras und seit 1980 als Schriftsteller und Übersetzer, Journalist und Sozialarbeiter in Santiniketan hat er viele Stationen durchlaufen.

Er hat mit Hindu-Mönchen und indischen Jesuiten zusammengelebt, Ramakrishna und Rabindranath Tagore aus dem Bengalischen übersetzt, sich für den interkulturellen und interreligiösen Dialog eingesetzt und die Entwicklung zweier Stammesdörfer begleitet. Wegen der Pandemie musste er Ende März 2020 nach Deutschland zurückkehren, wo er seine Autobiographie geschrieben hat. Im April/Mai 2022 geht er damit auf Lesereise.

Zuletzt erschien von ihm Was das Leben leuchten lässt (Vier-Türme-Verlag 2019); Indo-German Exchanges in Education (Oxford University Press India 2020); im Herbst 2021 erschien das Kinder-Erwachsenenbuch Zusammen sind wir stark! (Verlag 23).

Mai
20
Fr
Christen in Indien
Mai 20 @ 19:00 – 21:00

 

 

 

 

Vortrag von Ute Penzel,
Ev.-luth. Missionswerk in Niedersachsen

Das Christentum ist in Indien nach dem Hinduismus und Islam die drittgrößte Religion. Um 53 n Chr. wird von den ersten Christen berichtet, die durch den Apostel Thomas in Kerala zum christlichen Glauben gekommen sind. Nun gerät die Religion zunehmend unter Druck der nationalistischen Regierung. Viele von ihnen sind Dalits und Adivasi. Früher nannte man sie Kastenlose und Ureinwohner. Sie befinden sich auf der untersten Stufe der sozialen Ordnung. Gleichzeitig sind Christen im indischen Unterhaus gut vertreten, ihre Schulen gehören zu den besten des Landes. Diese Mischung führt zu einer beunruhigenden Lage.

Ute Penzel war das erste Mal 1989 in Indien, um ein Praktikum abzuleisten. Danach hat sie Indien immer wieder privat und beruflich besucht. Heute arbeitet die gelernte Sozialpädagogin mit einem Master für Child Care and Education beim Evangelischen Missionswerk Niedersachsen und ist zuständig für den Bereich Indien und Bildung.

 

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